Das Wärmemanagement ist zweifellos ein entscheidender Faktor in der heutigen Halbleiter-, Leistungsmodul- und Photoniksystemindustrie. Unabhängig davon, ob Silizium, Siliziumkarbid oder Galliumnitrid verwendet wird, wird eine höhere Betriebseffizienz, Schaltgeschwindigkeit und Integrationsdichte angestrebt. Es stellt sich jedoch die Frage, ob die derzeitigen Lösungen zur Wärmeableitung aus Metall noch ausreichen. Schließlich sind technische Keramiken, die einst als seltene Materialien galten, heute zunehmend unverzichtbar. Im Folgenden untersuchen wir die wahren Unterschiede zwischen wärmeleitenden Metallen und technischer Keramik in Bezug auf die thermische Leistung, die elektrische Leistung und die langfristige Zuverlässigkeit.
Thermisches Verhalten: Leitfähigkeit vs. Effizienz des thermischen Pfades
Metalle: Große Leiter, unvollkommene Systeme
Kupfer und Aluminium sind auf dem Papier unglaublich effiziente Wärmeleiter.
Doch bei Halbleiteranwendungen ist die Wärmeleitfähigkeit allein nicht die Lösung des eigentlichen Problems.
Warum?
Da die elektrische Leitfähigkeit von Metall die Ingenieure zwingt, eine dielektrische Schichten-Beschichtungen, Folien, Wärmeleitpads - alle erhöhen den Wärmewiderstand. Das Ergebnis ist ein Wärmepfad, der weniger effizient ist, als die rohen Leitfähigkeitszahlen vermuten lassen.
Metalle leiten Wärme extrem gut,
aber das System um sie herum tut es nicht.
Keramiken: Geringfügig niedrigere Leitfähigkeit, bessere Kühlung in der Praxis
Technische Keramiken wie Aluminiumnitrid (170-230 W/m-K) oder Siliziumkarbid (120-200 W/m-K) kann zwar nicht mit reinem Kupfer mithalten, aber der gesamte Wärmeweg erzählt eine andere Geschichte:
Sie erfordern keine elektrische Isolierschicht
Sie können platziert werden direkt unter der Matrize
Ihre Oberflächen verbinden sich stark mit Lot und Metallisierung
Ihre Wärmeausdehnung entspricht der von Si, SiC und GaN.
In realen thermischen Stapeln schneiden Keramiken oft besser ab als Metalle, weil sie zusätzliche Schnittstellen beseitigen.
Mit anderen Worten:
Metalle leiten Wärme gut ab. Keramik leitet Wärme besser ab.
Elektrische Leistung: Intrinsischer Isolator vs. Notwendige Haftung
Metalle: Von Natur aus leitfähig
In der Leistungselektronik und in Hochspannungsanlagen ist die Leitfähigkeit von Metall ein zweischneidiges Schwert.
Jede Metallplatte, jeder Kühlkörper und jeder Spreizer ist erforderlich:
Dielektrische Beschichtungen
Isolierkissen
Materialien zum Vergießen
Dielektrische Öle oder Fette
Mit jeder Schicht kommen weitere Fehlermöglichkeiten hinzu - Bruch, Delamination, thermische Alterung.
Besonders problematisch wird dies in:
Hochspannungs-SiC-Module
RF- und Mikrowellenverstärker
Kfz-Wechselrichter
Laserpakete und Photonik
Keramiken: Wärmeleiter, die keinen Strom leiten
Die technische Keramik ist in einer einmaligen Position:
Sie leiten die Wärme ab und blockieren gleichzeitig den Strom.
Diese einfache Kombination bringt starke Designvorteile mit sich:
Integrierte Isolierung (keine zusätzlichen Schichten)
Einfachere Stapelung
Geringere parasitäre Kapazität
Höhere Durchschlagsfestigkeit
Bessere Leistung bei hohen Frequenzen
Für HF-Ingenieure, Geräteentwickler und Architekten von Hochspannungsmodulen wird Keramik zu einem Material, das nicht nur kühlt, sondern auch die elektrische Umgebung stabilisiert.
Verlässlichkeit: Der oft übersehene, aber entscheidende Unterschied
Metalle: Das Problem der Fehlanpassung
Halbleitermaterialien wie Si, SiC und GaN haben kleine Wärmeausdehnungskoeffizienten.
Metalle... nicht.
| Material | CTE (ppm/°C) |
| Silizium | ~2.6 |
| SiC | ~4.2 |
| AlN | ~4.5 |
| Kupfer | ~17 |
| Aluminium | ~23 |
Jeder thermische Zyklus belastet Lötstellen, Keramik, Leitungen und das Silizium selbst.
Über Tausende von Zyklen führen Metalle ein:
Rissbildung
Ermüdung des Lötzinns
Verzug
Delamination
Abheben von Bindedraht
Dies ist die Hauptursache für langfristige Modulausfälle.
Keramiken: Entwickelt für Kompatibilität und Stabilität
Keramiken “atmen” fast genauso schnell wie Halbleitermaterialien.
AlN passt bemerkenswert gut zu Silizium.
SiC passt genau zu SiC-Geräten.
Hochreines Aluminiumoxid funktioniert zuverlässig bei Designs mit mittlerer Leistung.
Diese Kompatibilität macht die Keramik zu einem strukturellen Vorteil:
Geringere mechanische Belastung
Höhere Zuverlässigkeit bei Stromschwankungen
Bessere Überlebensfähigkeit bei 150-300°C
Keine Oxidation oder Korrosion
Keine Erweichung oder Kriechbewegung
Zuverlässigkeitsingenieure kennen diese Wahrheit nur zu gut:
Das Gehäuse versagt in der Regel vor dem Gerät - und Keramik verschiebt diesen Fehlerpunkt viel weiter nach außen.
Abschließende Betrachtung: Metalle kühlen Geräte, Keramiken bewahren sie
Thermische Metalle werden immer einen Platz bei der Kühlung auf Systemebene haben - Kühlkörper, Gehäuse und flüssigkeitsgekühlte Platten.
Aber im Inneren des Halbleitermoduls, wo sich thermische, elektrische und mechanische Anforderungen überschneiden, Technische Keramik bietet eine ausgewogene, zuverlässige und zukunftssichere Lösung.
Metalle sind thermische Werkzeuge.
Keramik ist eine technische Wärmeplattform.
Und da sich die Gerätearchitekturen weiter entwickeln, sind Keramiken nicht nur ein Upgrade, sondern werden zur Standardgrundlage für die nächste Generation der Halbleiterleistung.